Das Schulsystem

Das nicaraguanische Schulsystem

Das nicaraguanische Schulsystem gliedert sich in eine freiwillige Vorschule, eine sechsjährige
Grundschule (Primaria) sowie eine fünf- bis sechsjährige weiterführende Schule mit allgemein- und
berufsbildenden Zweigen (Secundaria). Im Anschluss steht den Studenten ein dreijähriger Hochschulbesuch oder eine fünf- bis sechsjährige Ausbildung an einer der Universitäten offen.

Trotz der langjährigen Alphabetisierungskampagne durch die Sandinisten und der 1979 eingeführten Schulpflicht für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren betrug die Einschulungsrate 1999 lediglich 75 % und die Alphabetisierungsrate nur ca. 70 %. In der Armutsschicht kommen Kinder nur auf 2,7 Schuljahre und in der Schicht der extrem Armen nur auf 1,9 Jahre.

Offiziell sind der Schulbesuch in den staatlichen Schulen und das Ausleihen von Schulbüchern kostenlos. Die obligatorische Schuluniform, Hefte und Schreibzeug müssen allerdings selbst bezahlt werden.

Die Realität sieht allerdings anders aus:
Die Schulen erhalten vom Staat tatsächlich im Zuge der „Autonomisierung“ der Schulen nur noch die Lehrergehälter und einen kleinen Beitrag zu den laufenden Kosten. Lehrbücher sind Mangelware. Fotokopien zahlen die Lehrer meist aus der eigenen Tasche.

Außerdem ist es gängig von den Eltern „freiwillige Beiträge“ zu verlangen. Dieser Zuschuss ist häufig wenig freiwillig, da alle Schulen diese Praxis verfolgen und den Eltern keine Wahl bleibt.

Die Klassengröße in den staatlichen Schulen beträgt häufig 40 bis 50 Schüler in der Primaria und bis zu 70 Schüler in der Secundaria. Den einzelnen Kindern können die Lehrer nur sehr begrenzt Aufmerksamkeit schenken. Oft werden die Kinder v.a. in der Primaria „durchnummeriert“, weil die Lehrer sich die Namen der Schüler nicht alle merken können. Den Lehrern ist dies kaum vorzuwerfen, denn die meisten von ihnen sind überlastet, da sie sich mit ihrem kleinen Lehrergehalt allein nicht über Wasser halten können und nebenher einen zweiten Job ausüben müssen. Das Lehrergehalt allein ist nicht annähernd hoch genug, um damit eine Familie ernähren zu können. Es ist das niedrigste in Zentralamerika: eine Lehrerin in der Primaria verdient ca. 120 Dollar, in der Secundaria etwa 135 Dollar monatlich. Um eine 5-köpfige Familie ernähren zu können, braucht man jedoch selbst in Nicaragua 200 bis 250 Dollar.

So ist die Unterstützung einer vergleichsweise teuren Schulausbildung, die pro Kind im Monat 10 Euro kostet, kein Luxus, wie man vielleicht meinen könnte. Diesen Kindern wird die Aufmerksamkeit geschenkt, die Kinder brauchen und auch die niedrige Schulabbruchrate und die Abschlusserfolge bestärken uns in unserer Unterstützung für CECIM.